Studieninhalte der Ernährungsberater Ausbildung

Im Fernstudium zum Ernährungsberater bekommen die Schüler Studienhefte zugeschickt, durch die die Lerninhalte vermittelt werden. Häufig ist es auch möglich, über das Internet Lernmedien abzurufen. Manche Fernschulen arbeiten mit Videos oder MP3-Dateien. Um zu belegen, dass die Schüler den Stoff verstanden haben, müssen sie in regelmäßigen Abständen Einsendeaufgaben bearbeiten, z.B. einmal pro Monat.

Grundlagen

Gemüse zur gesunden Ernährung als Fernstudium InhaltZum Hintergrundwissen, das zu Beginn des Studiums erworben wird, zählen Ernährungslehre, Lebensmittelkunde, Anatomie und Physiologie der Verdauung sowie ernährungsbedingte Krankheiten. Die Schüler erwerben im Bereich Ernährungslehre unter anderem Wissen über den Aufbau und das Vorkommen der wichtigsten Nährstoffe, und sie erfahren, wie sie den Energiebedarf einer Person berechnen können. Die Lebensmittelkunde beschäftigt sich mit den Inhaltsstoffen von Lebensmitteln, einschließlich der Zusatzstoffe und schädlichen Bestandteile. Zur Anatomie und Physiologie gehört Wissen über den Verdauungstrakt und die Organe des Menschen. Die angehenden Ernährungsberater lernen außerdem, welche Krankheiten durch die Ernährung (mit)verursacht werden und wann sie einen Klienten bzw. eine Klientin zum Arzt schicken sollten. Je nach Schule wird auch auf die psychologischen Aspekte der Ernährung mehr oder weniger ausführlich eingegangen.

Lerninhalte im Überblick

➜ Grundlagen der Ernährungslehre Energiebedarf berechnen, Grundlegende Kenntnisse von wichtigen Nährstoffen (Vorkommen, Funktion etc.)
➜ Lebensmittelkunde Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, Lebensmittelrecht
➜ Anatomie des Körpers Ernährungsbedingte Krankheiten, Kenntnisse zum menschlichen Verdauungstrakt
➜ Präventive Ernährungsberatung Ernährungskonzepte für unterschiedliche Personenkreise, Prävention und Therapie des Übergewichts
➜ Alternative Ernährung Wissen über alternative Ernährungsformen, wie z.B. die Säure-Basen-Diät
➜ Organisation, Marketing und Kommunikation Informationen richtig präsentieren, Rechtliche sowie organisatorische Tipps für angehende Selbstständige, Vermarktung Ihrer Arbeit

Ernährung und Prävention

Was die Zusammensetzung der Ernährung betrifft, so gelten die Richtlinien der deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) in der Ernährungsberater-Ausbildung als maßgeblich. Eine Ernährung nach diesen Grundsätzen zielt darauf ab, die Menschen gesund zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen. Dies wird in der Ausbildung ausführlich thematisiert. Dabei lernen die Schüler die optimale Nahrungszusammensetzung für Personen in verschiedenen Lebenssituationen kennen, z.B. für Sportler, Schwangere, Säuglinge und Kinder, Jugendliche und ältere Menschen.

Alternative Ernährungsformen sind ebenfalls Thema des Fernstudiums, wie Fasten, Säure-Basen-Diät, Trennkost und ayurvedische Ernährung. Die wichtigsten Prinzipien dieser Ernährungsphilosophien werden vermittelt.

Um ihre Kunden bezüglich einer Gewichtsreduktion bei Übergewicht (Adipositas) beraten zu können, lernen die Schüler verschiedene Diätformen kennen. Sie sollen beurteilen können, welche Diäten Erfolg versprechen und für bestimmte Personengruppen geeignet ist.

Umgang mit Kunden, Organisatorisches und Selbstmarketing

Im letzten Abschnitt des Studiums wird unterrichtet, wie man Wissen über gesunde Ernährung zielgruppengerecht aufbereitet und an andere Menschen weitergibt. Der Aufbau eines Beratungsgesprächs wird vermittelt, damit die Teilnehmer anschließend selbstständig Gespräche mit Klienten führen können. Präsentationstechnik und Didaktik werden erlernt, mit dem Ziel, Vorträge zu ernährungsrelevanten Themen zu halten.

Da viele Ernährungsberater die berufliche Selbstständigkeit anstreben, werden auch rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen erläutert und Tipps für die Selbstständigkeit gegeben. Beispiele aus diesem Bereich sind Steuerrecht, Arbeitsrecht und das Erstellen von Rechnungen. Ebenfalls ein wichtiges Thema ist das Selbstmarketing, da Selbstständige ihre Werbemaßnahmen selbst planen müssen, um über das Internet und andere Medien potenzielle Kunden auf sich aufmerksam zu machen.

ernährungslehre buch Unser Buchtipp: Auf Amazon finden Sie eine große Auswahl an Büchern zur Ernährungslehre. Besonders empfehlenswert ist dabei die Publikation „Ernährungslehre kompakt“ von Autorin Alexandra Schek.

Präsenzseminare im Fernstudium

An vielen Fernakademien sind während der Ausbildung zum Ernährungsberater ein oder mehrere Praxisseminare vorgesehen. Diese sind entweder verpflichtend oder freiwillig. Neben der Vermittlung von Inhalten werden dabei zentrale Themen des Studiums in praktischer Anwendung geübt, wie z.B. Beratungsgespräche oder das Erstellen von Ernährungsplänen.

Der Besuch von Präsenzseminaren ist vor allem dann sinnvoll, wenn die berufliche Selbstständigkeit geplant ist. In einem Präsenzseminar kann das erlernte Wissen in der Praxis trainiert werden und die Teilnehmer bekommen Feedback von den Lehrenden, sodass eventuelle Fehler behoben werden können.

Spezialisierungen in der Ausbildung

Nahrungsergänzungsmittel als Spezialisierung im KursManche Fernschulen bieten Spezialisierungsmöglichkeiten an. So gibt es besonders auf die Sporternährung, auf Heilpflanzenkunde oder Nahrungsergänzungsmittel spezialisierte Seminare bzw. Ausbildungen. Es wird empfohlen, sich bereits vor der Entscheidung für eine bestimmte Schule über die dort angebotenen Spezialisierungen zu informieren. Auch der Besuch weiterer, externer Kurse und Seminare kann sinnvoll sein, um z.B. vertieftes Wissen über alternative Ernährungsformen zu erwerben, wie Vegetarismus und Veganismus oder ayurvedische Ernährung (siehe auch Ausbildung zum Ayurvedaberater).

Darüber hinaus ist es möglich, sich auch ohne speziellen Schwerpunkt in der Ausbildung später in der beruflichen Praxis auf einzelne Aspekte der Ernährungsberatung zu konzentrieren, z.B. auf Kinder und Jugendliche, Senioren oder auf die Beratung von Übergewichtigen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass für Absolventen eines Zertifikatslehrgangs nur die Beratung zur Prävention erlaubt ist. Falls bereits eine ernährungsbedingte Krankheit besteht, ist für die Therapie medizinisch ausgebildetes Personal zuständig.

 

Studieninhalte
4 (80%) 1 Abstimmungen