Ökotrophologie

Ökotrophologe auf WaageBei der Ökotrophologie (auch Oecotrophologie geschrieben) handelt es sich um das interdisziplinäre Fach Haushalts- und Ernährungswissenschaften. Das Wort selbst stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus „oikos“(Haus), „trophe“ (Ernährung) und „logos“ (Lehre). Stärker als im Studium der Ernährungswissenschaften wird dabei auf ökonomische und soziologische Zusammenhänge eingegangen. Es wird von einigen Universitäten und Fachhochschulen als Bachelor- bzw. Masterstudiengang angeboten. Der Bachelorstudiengang führt in 6 oder 7 Semestern zum Abschluss. Bereits während des Studiums müssen sich angehende Ökotrophologen spezialisieren, da es verschiedene Studienrichtungen gibt, wie z.B. Ernährungswirtschaft oder Gesundheit und Ernährung.

Tätigkeit und Aufgaben

Je nach Vertiefungsstudiengang sind die Einsatzgebiete von Ökotrophologen unterschiedlich. Sie können z.B. in Lebensmittelkonzernen in der Forschung und Produktentwicklung, im Qualitätsmanagement oder im Marketing arbeiten. Weitere Tätigkeitsfelder sind Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, die Verbraucherberatung, die Bereiche Umwelt und Gesundheit sowie die Medien. Auch die Eröffnung einer eigenen Praxis als Ernährungsberater ist möglich.

  • Kliniken
  • Krankenkassen
  • Selbstständigkeit
  • Verbraucherberatungsstellen
  • Lebensmittelindustrie
  • Bio-Kontrollstellen

Studium der Ökotrophologie

Um ein Studium zu beginnen, muss ein Interessent die allgemeinen Voraussetzungen für ein Hochschulstudium erfüllen. Das heißt, er muss die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife bzw. die Fachhochschulreife besitzen oder eine Meisterprüfung absolviert haben. Daneben ist ein Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte möglich.

Das Studium wird normalerweise in Vollzeit absolviert. Falls ein Teilzeitstudium gewünscht ist, sollten sich Interessierte bei der jeweiligen Hochschule nach den Möglichkeiten erkundigen. In Hessen ist z.B. grundsätzlich ein Teilzeitstudium möglich, wenn die Studierenden bestimmte persönliche Voraussetzungen erfüllen, wie Berufstätigkeit oder die Pflege eines Angehörigen.

Im Studium der Oecotrophologie werden natur-, sozial- und wirtschaftswissenschaftliche sowie technologische Methoden und Perspektiven vermittelt. Die Inhalte umfassen unter anderem Chemie, Biochemie, Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre, Mathematik und Statistik, Anatomie und Physiologie. In einer späteren Studienphase ist es notwendig, sich auf eine bestimmte Studienrichtung zu spezialisieren. Je nach Hochschule werden dabei z.B. Verpflegungsmanagement, Ernährung und Gesundheit sowie Ernährungswirtschaft als Schwerpunkte angeboten.

Innerhalb des Studiums ist ein Praktikum entweder freiwillig und verpflichtend. In der letzten Studienphase verfassen die Studierenden ihre Bachelorarbeit. Nach dem Bestehen des Bachelor of Science ist der Einstieg in das Berufsleben oder die Fortsetzung mit einem Masterstudium möglich.

Wie lässt sich das Studium finanzieren?

Für das Studium können je nach Hochschule Studiengebühren anfallen. Unabhängig davon erheben die Hochschulen einen Semesterbeitrag. Das Studium kann durch BAföG oder ein Stipendium finanziert werden. BAföG steht jedem Studierenden zu, der einen Bedarf nachweisen kann und dessen Leistungen erwarten lassen, dass er das Ausbildungsziel erreichen wird. Stipendien werden von verschiedenen Stiftungen vergeben und setzen eine besondere Begabung des Studierenden voraus.

Ökotrophologen mit einem Bachelorabschluss verdienen circa 2.500 Euro brutto im Monat, mit einem Master um die 3.000 €. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung sind über 4.000 € monatliches Bruttogehalt möglich.

Die Differenz zur Ernährungsberatung

Während der Zertifikatslehrgang zum Ernährungsberater speziell auf diesen Beruf vorbereitet, vermittelt das Hochschulstudium der Ökotrophologie umfassendes Wissen aus natur-, sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern. Die Studierenden werden nicht für einen bestimmten Beruf geschult, sondern nach dem Abschluss stehen den Absolventen unterschiedliche Berufsfelder offen, wobei Ernährungsberatung nur eines von vielen ist. Während des Studiums bestehen verschiedene Möglichkeiten der Spezialisierung, wobei auch ein Schwerpunkt gewählt werden kann, der nicht mit Ernährungsberatung im Zusammenhang steht.

Im Vergleich zu dem Zertifikatslehrgang zum Ernährungsberater dauert das Hochschulstudium mit 6 bis 7 Semestern recht lange. Außerdem ist nicht in jedem Fall ein berufsbegleitendes Studium erlaubt. Andererseits lohnt sich die investierte Zeit, da Oecotrophologie viel bessere Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten haben.

Wer jedoch bereits eine Ausbildung im medizinischen, sozialen oder pädagogischen Bereich absolviert hat und sich als Ernährungsberater selbstständig machen will, für den ist ein Studium nicht unbedingt notwendig, sondern eine Weiterbildung zum Ernährungsberater mithilfe eines Zertifikatslehrgangs führt in diesem Fall schneller ans Ziel.

Fazit

Personen, die eine Hochschulzugangsberechtigung besitzen und gern auf die Ernährung bezogene gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge erforschen wollen, sind mit dem Studium der Ökotrophologie gut beraten. Ökotrophologen haben im Studium und später im Berufsleben vielfältige Möglichkeiten der Spezialisierung. Eine Tätigkeit als Ernährungsberater steht einem Ökotrophologen ebenso offen wie viele weitere Arbeitsfelder.

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