IHK vs. Fernstudium

Um Ernährungsberater zu werden, können Sie die Ausbildung sowohl bei der IHK als auch per Fernstudium abschließen. Bevor Sie sich jedoch für einen Ausbildungsweg entscheiden sollten Sie einige wichtige Punkte beachten. Welche Vorteile bietet das Fernstudium gegenüber dem IHK Zertifikat? Und mit welchem Abschluss haben Sie bessere Chancen bei Arbeitgebern?

Vorteile der Fernschule

Das Fernstudium zum Ernährungsberater ist relativ beliebt, da ein Fernstudium zahlreiche Vorteile bietet. Es kann ohne Weiteres berufsbegleitend absolviert werden, da das Lernen und die Bearbeitung der Aufgaben nur wenige Stunden pro Woche erfordern. Hohe Voraussetzungen für die Ausbildung an den Fernschulen werden dabei nicht gesetzt. Darüber hinaus ist die Flexibilität ein großes Plus. Das Fernstudium kann jederzeit begonnen werden, die Einhaltung bestimmter Fristen ist nicht notwendig. Es ist möglich, das Studium zu verlängern oder zu verkürzen, je nachdem, wie viel Zeit man zur Verfügung hat. Ebenso können die Teilnehmer sich den wöchentlichen Zeitaufwand flexibel einteilen. So könnte ein Schüler z.B. in einer Woche nur zwei Stunden für das Studium aufwenden und in der darauffolgenden Woche das gesamte Wochenende zum Lernen nutzen, je nachdem, wann der oder die Betreffende Zeit hat.

Frau mit Abschlusshut bei Fernstudium GraduierungIn einem Fernstudium sind keine oder nur wenige Präsenzseminare vorgesehen. Sollten Präsenzseminare Teil des Fernlehrgangs sein, finden diese an Wochenenden statt, wobei mehrere Standorte und Termine angeboten werden.
 Tipp: Aktuell angebotene Termine finden Sie in den kostenlosen Infomaterialien der Anbieter.  Das Lernen findet per Internet oder mithilfe von Studienheften an jedem Ort statt, an dem der angehende Ernährungsberater dies möchte. Für die Bearbeitung der Einsendeaufgaben wird zwar eine ruhige Umgebung benötigt, in der der Schüler sich konzentrieren kann, aber grundsätzlich ist auch in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit oder in der Mittagspause ein Blick in die Unterrichtsmaterialien möglich. Der Austausch mit fachkundigen Dozenten sowie Mitschülern erfolgt per Internet und E-Mail, z.B. mittels Smartphone. Zusätzlich werden die Hausaufgaben korrigiert, nützliche Lerntechniken, Motivationshilfen und auch wertvolle Tipps gegeben um sich später mit seiner eigenen Praxis selbstständig zu machen und Kunden zu betreuen. Dadurch eignet sich das Fernstudium für jede Lebenssituation. Ein Fernstudium ist für Berufstätige, die sich weiterbilden wollen oder einen Berufswechsel anstreben, ebenso denkbar wie für Personen, die Kinder oder andere Angehörige betreuen. Auch in Bezug auf die Entfernung vom Schulort gibt es keine Grenzen. Da es heute fast überall auf der Welt kostengünstig Zugang zum Internet gibt, ist das Fernstudium auch während eines Auslandsaufenthalts möglich. Ein Nachteil der Fernschule ist jedoch, dass ein gewisses Maß an Selbstdisziplin erforderlich ist um den Lehrgang nicht komplett zu vernachlässigen.

Vorteile

  • Lernrhythmus frei wählbar
  • Niedrige Zulassungsvoraussetzungen
  • Geringe Kosten
  • Ortsunabhängiges Lernen möglich
  • Unterstützung und Motivation durch Dozenten
  • Praxisseminare vorhanden, falls erwünscht

Absolventin Heidi Sessner von der ILSDurch meinen Sport war ich weltweit unterwegs und hatte nur mit einem Fernstudium die nötige Freiheit, mich auf eine spätere Selbstständigkeit als Coach und Ernährungsberaterin vorzubereiten.Heidi Sessner (38), Ernährungsberaterin. Quelle: ils.de

Der Beruf des Ernährungsberaters gehört zu den freien Berufen und ist keine geschützte Berufsbezeichnung, womit sich jeder als Ernährungsberater bezeichnen könnte. Gerade deswegen ist es besonders wichtig, dass Sie ihren Abschluss an einer renommierten Fernschule absolvieren. Einige bieten sogar die Möglichkeit einer internationalen Zertifizierung an (European Qualification Framework) um Ihre Qualifikation reibungslos in anderen Ländern nutzen zu können.

Weitere Infos zum Fernstudium finden Sie unter den Häufig gestellten Fragen.

Vergleich mit der IHK-Weiterbildung

ihk logoDer Abschluss an der IHK (http://www.ihk.de) bietet demgegenüber fast keine Vorteile. Der Unterricht findet bei verschiedenen Anbietern, die mit der IHK kooperieren, an Samstagen statt und ist somit weder örtlich noch zeitlich flexibel. Dies kann z.B. für Berufstätige oder Eltern mit Kindern ein Hindernis darstellen. Ebenso ist es nicht selbstverständlich, dass überall vor Ort ein IHK-Lehrgang stattfindet, sodass eventuell Fahrtkosten und -zeit mitberücksichtigt werden müssen.

Die Ausbildung zum Ernährungsberater an der IHK dauert durchschnittlich sechs Monate und umfasst rund 24 Termine. Daher steht nur wenig Zeit zur Verfügung, um den gesamten Stoff zu lernen, den ein Ernährungsberater beherrschen muss. Dies genügt nicht für Quereinsteiger, die keinen medizinischen, ernährungswissenschaftlichen oder ähnlichen Hintergrund mitbringen. Entsprechend ist der IHK-Lehrgang zum Ernährungsberater nur als Weiterbildung konzipiert, die sich an Personen mit Vorkenntnissen richtet.

Darüber hinaus ist der Unterricht an der IHK teurer als ein Fernstudium. Die Kosten liegen je nach Anbieter bei circa 4.000 Euro, im Gegensatz zum Fernstudium, für das die Kosten bei 1.200 bis 2.100 € liegen. Dieser Unterschied ist dadurch zu erklären, dass die IHK für ihre Seminare einen Dozenten bezahlen und Räume bereitstellen muss. Da dies bei einem Fernstudium in viel geringerem Umfang notwendig ist – je nachdem, ob Präsenzseminare stattfinden oder nicht –, kann eine Fernschule günstiger arbeiten. Manche Fernschulen bieten auch freiwillige Präsenzseminare an, für die zusätzliche Kosten berechnet werden. So kann jeder Schüler selbst entscheiden, ob er daran teilnehmen und diesen Betrag ausgeben möchte. Dies ist ein Pluspunkt für die jeweilige Fernschule.

Die IHK-Weiterbildung zum Ernährungsberater ist keine Ausbildung mit einem regulären IHK-Abschluss. Genau wie bei dem entsprechenden Fernstudium, wird durch das Absolvieren des IHK-Lehrgangs nur ein Zertifikat erworben. Auch in Bezug auf den Abschluss bietet die IHK also keine Vorteile.

Wie anerkannt ist der IHK-Abschluss?

Da die IHK-Ausbildung zum Ernährungsberater nur sechs Monate dauert und im Gegensatz zu einer regulären Ausbildung nur an Samstagen stattfindet, ist sie als Weiterbildung konzipiert und nicht für Quereinsteiger zu empfehlen. Der Wert der IHK-Weiterbildung am Arbeitsmarkt hängt also eher von den bereits vorhandenen Qualifikationen der betreffenden Person ab. Für jemanden, der ein ernährungswissenschaftliches Studium vorweisen kann, eine Ausbildung als Diätassistent absolviert hat und/oder über einschlägige Berufserfahrung verfügt, ist die IHK-Weiterbildung möglicherweise eine sinnvolle Ergänzung der eigenen Qualifikation.

Im Fernstudium zum Ernährungsberater werden hingegen umfassende Lehrinhalte vermittelt. Deshalb können grundsätzlich auch Quereinsteiger davon profitieren und nach Erwerb des Zertifikats als Ernährungsberater arbeiten.

Lerninhalte im IHK Ernährungsberater Ausbildungskurs

Anzumerken ist, dass die Inhalte nicht übergreifend einheitlich sind. Wie oben bereits erwähnt ist dies von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Unter anderem werden folgende Themen im Lehrgang gelehrt.

➜ Lebensmittelkunde und Ernährungslehre
➜ Physiologische und medizinische Grundlagen der Ernährung
➜ Ernährung und Prävention
➜ Ernährung bei verschiedenen Erkrankungen
➜ Alternative Ernährungsmethoden
➜ Durchführung von Beratungsgesprächen
➜ Gründung eines Unternehmens

Fernstudium vs. IHK
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