Ernährungswissenschaften (Trophologie)

Ernährungswissenschaften ist ein Studiengang, der in Deutschland an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen (FH) angeboten wird. Er führt in 6-7 Semestern zum Abschluss Bachelor of Science Ernährungswissenschaften. Absolventen, die ein hohes Interesse für Nahrung haben, arbeiten unter anderem in der Lebensmittelindustrie, in biomedizinischen oder biotechnologischen Branchen, in Kliniken, Beratungseinrichtungen oder internationalen Organisationen.

Tätigkeitsfelder nach dem Studium

Ernährungswissenschaftlerin Studentin beim LernenErnährungswissenschaftler sind z.B. beratend in Unternehmen der Lebensmittelbranche oder in Pharmaunternehmen tätig. In Lebensmittelunternehmen sind sie an der Produktentwicklung beteiligt. Sie informieren Kunden in Beratungseinrichtungen oder Patienten in Kliniken über gesunde Ernährung. Viele Ernährungswissenschaftler arbeiten in der Forschung. Auch eine Tätigkeit in der Medienbranche oder als selbstständiger Ernährungsberater ist möglich. Entscheidet sich man für die Selbstständigkeit ist man in der Regel als Ernährungsberater tätig.

➜ Gastronomie (Catering, Großküchen,Mensen)
➜ Krankenhäuser und Altenheime
➜ Produktentwicklung und Marktforschung in der Lebensmittelindustrie
➜ Forschungszentren (z.B. für den Gesundheitsschutz)
➜ Verbraucherberatung
➜ Behörden für Lebensmittelhygiene

Voraussetzungen und Lehrinhalte im Studium

Wer Ernährungswissenschaften studieren möchte, benötigt die allgemeine Hochschulreife, die Fachhochschulreife, die fachgebundene Hochschulreife oder die erfolgreich abgelegte Meisterprüfung. Falls ein Bewerber die Voraussetzungen nicht erfüllt, kann er nach dem erfolgreichen Ablegen einer Eignungsprüfung zugelassen werden. Manche Studiengänge sind intern zulassungsbeschränkt. Das heißt, die Hochschule wählt unter den Interessenten aus und eine Bewerbung ist notwendig.

Das Studium wird normalerweise in Vollzeit absolviert. An vielen Hochschulen ist zudem ein berufsbegleitendes Teilzeitstudium möglich. In diesem Fall verlängert sich die Studiendauer. Einige wenige Hochschulen bieten auch ein Fernstudium zum Ernährungswissenschaftler an.

Studieninhalte sind Molekular- und Humanbiologie, Ernährungsphysiologie, Humanernährung, Biochemie der Ernährung und des Stoffwechsels sowie Lebensmittelhygiene, -chemie und -technologie. Auch Wissen aus den Grundlagenfächern Physik, Mathematik, Chemie, Biostatistik und Mikrobiologie wird vermittelt. Im weiteren Verlauf des Studiums wird erwartet, dass die Studierenden sich auf eine bestimmte Richtung spezialisieren. Möglich sind dabei z.B. Ernährungsforschung, Marketing und Ernährungswirtschaft, Qualitätsmanagement oder Beratungspsychologie. An den meisten Hochschulen kann oder muss während des Studiums ein Praktikum absolviert werden. Entweder innerhalb oder nach 6 Semestern verfassen die Studierenden eine Bachelorarbeit.
Ein Teil der abzulegenden Pflichtmodule sind unten aufgelistet. Zusätzlich kommen noch Wahlpflichtmodule dazu, die je nach Hochschule abweichen können.

  • Anatomie und Physiologie
  • Biochemie
  • Chemie
  • Biologie
  • Lebensmitteltechnologie
  • Ernährungsphysiologie
  • Physik und Mathematik
  • Volkswirtschaftslehre und Statistik

Im Anschluss an das Bachelorstudium können Absolventen entweder direkt eine berufliche Tätigkeit aufnehmen oder sich für ein Masterstudium bewerben. Durch Letzteres bestehen noch bessere Karrierechancen.

Studiumsfinanzierung und Verdienstmöglichkeiten

Je nach Bundesland und Hochschule (staatlich oder privat) fallen Studiengebühren von bis zu 1.000 Euro je Semester an. Auch falls keine Studiengebühren erhoben werden, ist ein Semesterbeitrag von 200-500 € zu zahlen. Studierende können je nach individuellen Voraussetzungen eine Förderung durch BAföG oder ein Stipendium erhalten, wodurch ein Teil der Lebenshaltungskosten gedeckt wird.

Finanziell lohnt sich das Studium, denn Ernährungswissenschaftler verdienen durchschnittlich 3.000 Euro brutto im Monat. In den östlichen Bundesländern ist das Einkommen etwas niedriger, es beträgt z.B. in Sachsen 2.300 Euro. In den westlichen Bundesländern wie Baden-Württemberg sind bis zu 3.500 Euro pro Monat möglich. Mit Master-Abschluss kann sogar ein monatliches Gehalt von rund 4.000 € erzielt werden.

Der Vergleich zum Ernährungsberater per Fernstudium

Korb mit GemüseVerglichen mit der Weiterbildung zum Ernährungsberater ist das Studium der Ernährungswissenschaften recht zeitaufwändig. In Vollzeit dauert das Bachelorstudium 6 Semester, in Teilzeit doppelt so lange. Der Lehrgang zum Ernährungsberater kann hingegen innerhalb eines Jahres absolviert werden, wobei der wöchentliche Lernaufwand gering ist. Darüber hinaus ist der Zertifikatslehrgang im Fernstudium auch örtlich flexibel, während nur wenige Hochschulen ein Fernstudium der Ernährungswissenschaften anbieten.

Der höhere Aufwand für ein Studium lohnt sich jedoch, denn ein Ernährungswissenschaftler hat deutlich bessere Karrierechancen als ein Ernährungsberater mit Zertifikat. Er ist in der Wahl seines Arbeitsplatzes flexibler, kann auch in (bio-)medizinischen Unternehmen oder Kliniken arbeiten und ist nicht auf die Präventionsarbeit in der Ernährungsberatung beschränkt. Darüber hinaus ist das Durchschnittseinkommen eines Ernährungswissenschaftlers deutlich höher.

Fazit

Für Personen, die über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügen, ist ein Hochschulstudium der Ernährungswissenschaften zu empfehlen, denn damit bestehen sehr gute berufliche Chancen. Dies gilt vor allem für junge Menschen, die noch keine Ausbildung absolviert haben. Ernährungswissenschaftler können sich als Ernährungsberater selbstständig machen, doch daneben steht ihnen eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten offen. Wer bereits eine solide Basis im Gesundheitsbereich besitzt, z.B. eine Ausbildung als Diätassistent, benötigt aber nicht unbedingt ein Studium. Für diese Personen genügt normalerweise ein Zertifikatslehrgang zum Ernährungsberater, um ihre bereits vorhandenen Qualifikationen zu ergänzen.

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