Essen und Trinken in der Schwangerschaft

Schwangere Mutter als ErnährungsberaterinViele Mütter stellen sich während und nach der Schwangerschaft immer wieder die selbe Frage. Auf was muss ich bei der Ernährung besonders achten? Was ist erlaubt und was kann sogar schädlich sein? Die Auswahl der Lebensmittel sollte während dieser Zeit wohl überlegt sein, damit Sie und Ihr Baby alle nötigen Nährstoffe bekommen. Denn sie wirkt sich direkt auf das Wohlsein der Mutter und auf einen guten Start der Entwicklung des Kindes aus. Letztendlich sollte auf einen ausgewogenen und nährstoffreichen Essensplan, auch außerhalb der Schwangerschaft und Stillzeit, geachtet werden.
Für angehende Ernährungsberater in der Ausbildung bietet sich besonders in diesem Gebiet eine Spezialisierung mit viel Nachfragepotential an.

Was ist während der Schwangerschaft zu beachten?

Wie es von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) schon beschrieben wurde ist die ausgewogene Ernährung das A und O. Die selben Regeln gelten auch für Schwangere. Obst und Gemüse sollte täglich fünfmal verzehrt werden. Auch möglich in Form von frisch gepressten Säften oder Smoothies. Lebensmittel mit hochwertigen Kohlenhydraten, wie z.B. Vollkornbrot, Reis oder Kartoffeln sind für Ihren Körper eine gesunde Energiequelle und halten lange satt. Sorgen Sie dafür, dass proteinreiche Nahrung (Huhn, Eier, Erbsen oder auch Bohnen), Milch- und Fischprodukte Einzug in den Speiseplan finden um den Bedarf an Eiweiß, Kalzium und Omega 3 Fettsäuren (mindestens 200 mg/Tag) zu decken. Achten Sie darauf mindestens 1L Flüssigkeit pro 20kg Körpergewicht zu trinken. Am besten geeignet sind Wasser, Fruchtsäfte oder auch ungesüßte Tees. Salzige oder süße Snacks können selbstverständlich auch in Maßen verspeist werden, solange es nicht oft vorkommt.
Das Allergierisiko Ihres Babys kann durch einen variierenden und ausgewogenen Speiseplan minimiert werden. Studien zufolge resultiert der regelmäßige Fischverzehr in der Stillzeit und Schwangerschaft zu einer selteneren allergischen Erkrankung beim Kind. Auf allergieauslösende Produkte komplett zu verzichten ist also nicht ratsam und widerspricht dem variationsreichen Ernährungskonzept.

➜ Abwechslungsreiche Auswahl und angemessene Mengen
➜ Vollkornprodukte (Getreideflocken, Vollkornnudeln, Vollkornbrot) und Kartoffeln
➜ Lebensmittel mit viel gesättigten Fettsäuren meiden
➜ Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag
➜ Milchprodukte täglich, Fleisch und Eier in Maßen, Fisch ein- bis zweimal pro Woche
➜ Ausreichend Flüssigkeit trinken
➜ Salz und Zucker in kleinen Mengen
➜ Regelmäßig Sport treiben

Erhöhter Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen

Während der Schwangerschaft hat der Körper einen erhöhten Bedarf an Folsäure und Jod. Auch wenn Sie sich an eine ausgewogene Ernährung halten, werden Sie es nicht leicht haben die geforderten Mengen zu sich zunehmen. Ernährungsexperten empfehlen deshalb täglich Folsäuretabletten mit 400 Mikrogramm Folsäure einzunehmen. Besonders in den ersten Monaten der Schwangerschaft ist Folsäure sehr wichtig. Ohne dieses Vitamin können das Skelett und die inneren Organe nicht vollständig ausgebildet werden.
Bei zwei Portionen Fisch pro Woche und regelmäßigem Milchproduktekonsum nehmen Sie schon einiges an Jod auf. Um die Nachfrage komplett zu stillen werden zusätzlich noch Jodtabletten mit bis zu 150 Mikrogramm zur täglichen Einnahme empfohlen.

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http://www.ernaehrung.de/tipps/vollwertig/vollwert12.php (Quelle)

Achten Sie auf qualitative Lebensmittel

Der einfache Leitsatz lautet: Qualität statt Quantität. Oft wird die Annahme getroffen, dass die Schwangerschaft mehr Kalorien abverlangt. Dabei werden lediglich erst im letzten Trimester 10% (ca. 200 Kalorien pro Tag) mehr benötigt. Bei einer stetigen stark erhöhten Kalorienzufuhr, erhöht sich das Risiko bei Ihrem Kind für Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 im späteren Leben. Bis auf die Folsäure und dem Jod ist eine spezielle Beachtung bei der Ernährung, während der Schwangerschaftszeit, nicht vonnöten. Veganer hingegen sollten auf die rein pflanzliche Ernährung komplett verzichten, da es bei der Entwicklung des kindlichen Nervensystems zu gesundheitlichen Risiken kommen kann.
Vegetarier sollte möglichst darauf achten Eier und Milchprodukte mit in den Speiseplan zu nehmen, für einen balancierten Nährstoffbedarf. Veganer und Vegetarier finden in diesem Artikel von vebu.de weitere Hilfestellung zum Thema.

Was sollte besser gemieden werden?

An sich gibt es keine Lebensmittel die gefährlich sind. Bei einigen besteht jedoch die Gefahr der Bakterien- und Parasitenbelastung. Normalerweise stören uns diese nicht großartig. Da sich Schwangere aber in einem besonderen körperlichen Zustand befinden ist ein eingeschränkter Verzehr bzw. der Verzicht ratsam.
Anfällig sind besonders rohes Fleisch und rohe Eier. Ebenfalls Käse mit einer Schimmelrinde, wie z.B. Camembert und Blauschimmelkäse (Gorgonzola oder Stilton). Um rohe Meeresfrüchte (Austern oder Sushi), welche vor der Zubereitung nicht tiefgefroren waren sollte Sie am besten auch einen großen Bogen machen.
Aufgrund des hohen Quecksilberanteils gehört in diese Gruppe auch der Thunfisch. Ob frisch oder in der Konserve spielt dabei keine Rolle. Genauso wie beim Seeteufel, Aal und Heilbutt meldet das Bundesinstitut für Risikobewertung Vorsicht, wegen des QS-anteils.
Waldpilze weisen häufig einen erhöhten Schadstoffgehalt aus. Ernährungsberater raten daher zu kleinen Mengen. Zuchtpilze bieten dem gegenüber eine sichere Alternative.
Koffeinhaltige Getränke nur in kleinen Mengen trinken, wenn überhaupt dann nicht mehr als 200mg Koffein täglich. Auf Alkohol sollte selbstverständlich komplett verzichtet werden.

Ernährung in der Stillzeit

Baby mit WassermeloneIn der Stillzeit gelten die selben Regeln wie während der Schwangerschaftszeit. Sollten Sie Hunger verspüren dürfen Sie ruhig auch ein bisschen mehr essen. Richtlinien nach liegt der tägliche Mehrbedarf bei rund 500 Kalorien basierend auf einem Grundumsatz von 2000 Kilokalorien. Je nach Person kann dieser Wert natürlich variieren. Sind die Reserven aufgebracht und Ihr Ausgangsgewicht wieder erreicht, ist dies also ganz und gar wünschenswert. Von Diäten nach der Geburt wird dringend abgeraten, da sie Ihre Gesundheit und das Stillen beeinträchtigen.
Um die Milchbildung optimal zu fördern sollten Sie nicht zu viel oder zu wenig auf die Waage bringen. Eine Kalorienzufuhr von unter 1500 kcal/Tag reduziert die Milchmenge. Schließlich ist das Ziel gesund zu essen damit Vitamine und Mineralstoffe nicht zu kurz kommen. Nach der Geburt ist es umso wichtiger den Körper mit ausreichend Wasser zu versorgen. Denn durch die Muttermilch verlieren Sie viel Flüssigkeit.

Ernährungsberater mit Fokus auf werdende Mütter

Auch wenn diese Richtlinien simpel erscheinen mögen werden Ernährungsberater oft in diesem Bereich gebraucht. Denn diese können Schwangeren tiefgründigere Fragen klären und sie mit einem Ernährungsplan optimal auf die bevorstehende Zeit vorbereiten. Ein Gang mit dem Ernährungscoach durch die Supermarktregale oder dem Wochenmarkt gibt Ihnen Anregungen und wertvolle Tipps zu Mahlzeiten für Sie und Ihr Baby. Des Weiteren erlernen Sie von welchen Produkten Sie die Finger lieber lassen sollten.
Selbstverständlich ist es auch möglich sich selbst zum Ernährungsberater ausbilden zu lassen. Neben weitreichendem Wissen zum gesunden Lebensstil erlernen Sie auch die wichtigsten Punkte für den Weg zur Selbstständigkeit und der eigenen Praxis.
Einen Artikel zu den Kosten der Ernährungsberater Ausbildung finden Sie ebenfalls auf unserer Seite.

Der Umgang mit Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit
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