Das Berufsbild des Diabetesberaters

Wer eine Ausbildung oder ein Studium im medizinischen Bereich absolviert hat, kann eine Weiterbildung zum Diabetesberater absolvieren. Diese dauert circa 1 Jahr und wird intern von den Anbietern geregelt. Sie wird von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Zusammenarbeit mit verschiedenen Weiterbildungsstätten organisiert und durchgeführt.

Was sind die Aufgaben?

Die Ausbildung zum DiabetesberaterEin Diabetesberater informiert Betroffene, Risikopatienten und andere Menschen über die Krankheit Diabetes mellitus, entweder in der Einzelberatung oder mittels Vorträgen. Er berät und betreut Personen mit Diabetes mellitus Typ 1 und 2 sowie Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes. Diabetesberater erstellen individuelle Ernährungspläne für Diabetiker und Risikopatienten, wobei sie sich mit dem behandelnden Arzt abstimmen. Sie beraten Patienten bezüglich der Messung ihres Blutzuckerspiegels und überwachen die Therapie. Sie dosieren und verabreichen Medikamente, wie Insulinspritzen, und unterstützen die Betroffenen dabei, im Alltag mit ihrer Krankheit zurechtzukommen.

Diabetesberater arbeiten z.B. in Kliniken, internistischen Facharztpraxen, Altenheimen oder bei Beratungsstellen von Krankenversicherungen und Arzneimittelherstellern. Einige machen sich mit einer eigenen Praxis selbstständig.

Die Ausbildung

Für die Zulassung zur Weiterbildung ist es zwingend erforderlich, dass der Interessent bereits einen medizinischen oder pädagogischen Berufsabschluss mit mindestens dreijähriger Ausbildung erworben hat, z.B. als Gesundheits- und Krankenpfleger, Altenpfleger, Hebamme, Oecotrophologe oder ein Ernährungswissenschaftler Fernstudium. Falls diese nicht vorliegt, ist im Einzelfall eine Sonderzulassung möglich. Vorkenntnisse und erste Erfahrungen in der Diabetologie sind erwünscht, aber nicht unbedingt notwendig.

Die Weiterbildung ist in mehreren Blöcken organisiert, die über das Jahr verteilt stattfinden. Ein Fernstudium ist zurzeit nicht möglich, persönliche Anwesenheit ist erforderlich. Während der Weiterbildung muss eine Tätigkeit im diabetologischen Team ausgeübt werden. Es handelt sich also um eine berufsbegleitende Weiterbildung. Die Praxisstunden können auch im Rahmen eines Praktikums abgeleistet werden. In jedem Fall sollen die Teilnehmer das Gelernte unmittelbar in ihrem beruflichen Alltag anwenden. Zusätzlich ist eine externe Hospitation in einer weiteren diabetologischen Einrichtung vorgesehen.

Die Weiterbildung besteht aus mehreren Modulen. Jedes Modul wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Am Ende der Weiterbildung ist eine mündliche Prüfung zu absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluss darf der Absolvent die Bezeichnung „Diabetesberater DDG“ bzw. „Diabetesberaterin DDG“ führen. Diabetesberater müssen ihre Weiterbildung mindestens alle drei Jahre durch eine Fortbildung aktualisieren.

Finanzielle Aspekte

Die Weiterbildung kostet bei der DDG rund 3.000 Euro. Die Förderungsmöglichkeiten hängen von den individuellen Voraussetzungen der Teilnehmer ab. Möglich ist z.B. eine Förderung durch die Arbeitsagentur oder das jeweilige Bundesland.

Nach Abschluss der Weiterbildung beträgt das Gehalt eines Diabetesberaters im Durchschnitt 2.150 Euro brutto. Der monatliche Verdienst hängt unter anderem von der Tätigkeit ab (Vollzeit oder Teilzeit, selbstständig oder angestellt). Weitere Einflussfaktoren sind das Bundesland sowie die Berufserfahrung.

Vergleich mit dem Fernstudium zum Ernährungsberater

Während die Ausbildung zum Ernährungsberater grundsätzlich auch Quereinsteigern offensteht, ist für die Weiterbildung zum Diabetesberater ein medizinischer oder pädagogischer Grundberuf vorgeschrieben. Darüber hinaus arbeiten Diabetesberater inhaltlich stärker spezialisiert, da ihre Tätigkeit sich nur auf das Krankheitsbild Diabetes bezieht. Ernährungsberater können sich hingegen auch nach der Ausbildung noch entscheiden, ob und in welcher Form sie sich spezialisieren wollen. Andererseits dürfen sie keine Kranken behandeln, sondern nur Gesunde beraten.

Die Weiterbildung zum Diabetesberater ist nur dann möglich, wenn das Gelernte im Berufsalltag in der Diabetologie direkt angewendet wird. Wer nicht in der Diabetologie tätig ist, muss sich also einen Praktikumsplatz suchen. Die hohe Spezialisierung, die Praxisnähe und die Verpflichtung zur Fortbildung bedeuten allerdings auch eine hohe Qualität der Weiterbildung. Die Ausbildung zum Ernährungsberater ist vielseitiger, bietet aber keinen so tiefen Einblick in ein einzelnes Fachgebiet.

Fazit

Da Diabetes-Erkrankungen zunehmen, kann die Spezialisierung auf Diabetespatienten sinnvoll sein, falls der Interessent bereits über eine medizinische Ausbildung verfügt. Wer noch keinen medizinischen Abschluss besitzt, muss eine Ausbildung im Gesundheitsbereich absolvieren, bevor ihm eine Weiterbildung zum Diabetesberater offensteht. Auch Vorerfahrung mit Diabetespatienten ist empfehlenswert.

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